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Spieletests hinter den Kulissen
Wie der Hippodice Spieleclub testet
Der Verein Hippodice Spieleclub wählt jedes Jahr aus den Bewerbungen der Spieleautoren ungefähr 50 Spiele-Prototypen aus, um sie ausgiebig zu testen und etwa 10 davon einer Jury vorzustellen, die vorwiegend aus Verlagsredakteuren besteht.
Die Teilnahme an diesem Wettbewerb bietet Autoren eine besonders gute Möglichkeit, Spieleverlage auf die eigene Arbeit aufmerksam zu machen. Einsendeschluss für Spielbeschreibungen ist jeweils der erste November. Die Wettbewerbsbedingungen gibt es auf www.hippodice.de.
Wer nicht in die Endrunde kommt, geht aber keinesfalls leer aus. Ich erhielt für mein Spiel: „Auf krummen Pfaden“ folgenden Testbericht (leicht gekürzt):
Sehr geehrter Herr Cornett,
der Autorenwettbewerb 2006 ist beendet. Ihr Spiel „Auf krummen Pfaden“ wurde aus weit über hundert internationalen Bewerbungen in die zweite Runde aufgenommen und musste sich gegen starke Konkurrenz behaupten. „Auf krummen Pfaden“ hat den Sprung in die Endrunde aber leider nicht geschafft.
Dies sind die zusammengefassten Eindrücke unserer Tester: Auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (schlecht) erhielt Ihr Spiel durchschnittlich die Note 2,96. Zum Vergleich: alle getesteten Spiele wurden durchschnittlich mit 2,86 bewertet. Aus diversen Testrunden ergaben sich folgende Durchschnittswertungen für Ihr Spiel im Vergleich zu allen getesteten Spielen (jeweils Schulnotenskala):
Die Bewertungsübersicht
Ihr Spiel dauerte im Schnitt 31 Minuten (plus Einarbeitungszeit von 9 Minuten), dies wurde auf der Skala zwischen „zu kurz (1) / zu lang (6)“ mit 3,8 bewertet. Im Spektrum zwischen Glück (1) und Strategie (6) wurde Ihr Spiel bei 5,6 eingeordnet.
Trotz der einfachen Regeln ist dies ein pfiffiges und vertracktes Denkspiel für Strategen. Sehr originell ist der Mechanismus, die Plättchen in der zweiten Phase überbauen zu können. (Tipp zur besseren Übersicht: Plättchen der beiden Phasen farblich unterscheiden!)
Regelunklarheiten traten erfreulicherweise nicht auf. Bemängelt wurden die fehlende Neuartigkeit der Spielidee (einzelne Spieler sahen gewisse Parallelen zu „Metro“) und der Startspielervorteil, der auch dazu führte, dass der Nachfolger nur auf Fehler des Startspielers hoffen kann oder sich ansonsten ganz mit einer destruktiven Taktik begnügen muss.
Wir hoffen, dass Sie auch im nächsten Jahr wieder mit neuen Spielideen an unserem Autorenwettbewerb teilnehmen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Matuszczak
Wenngleich eine Notenvergabe gerade bei Spielen immer einen hohen subjektiven Anteil hat, zeigen Noten doch recht gut, wo das eigene Spiel im Vergleich zu den anderen Einsendungen steht. Ergänzt durch die Kommentare ergibt sich ein recht klares Bild davon, wie das Spiel angekommen ist und wo der Knackpunkt liegt.
Schön wäre es, Autoren würden von Verlagen solch detailliertes Feedback erhalten. Aber das ist angesichts der Fülle der Spielevorschläge schwierig. So ist auch eine Absage aus Bochum eine Bereicherung für den Spieleautor.
Günter Cornett
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